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Foto von Sarah Schulz

Jahreszeitlich genießen

Spargel: Ein Frühlingsgenuss

Weißer Spargel ist hierzulande DAS Frühlingsgemüse. Er hat in Deutschland etwa zehn Wochen Saison. Da er überall angebaut wird, gibt es auch überall ein regionales Angebot.

Regional für alle

Den ersten heimischen Spargel kannst du für gewöhnlich ab Mitte April auf dem Markt, im Supermarkt oder Hofladen und an Straßenständen kaufen. Die Gastronomie wirbt mit „Spargelwochen“ und angepassten Speisekarten. Traditionell endet die Ernte am Johannistag, dem 24. Juni. In besonders kalten Jahren kann sich die Saison wenige Wochen nach hinten verschieben.

Oft gibt es schon im März vereinzelt ein Spargelangebot. Aber Ware von beheizten Feldern oder aus Import empfehlen sich aufgrund der schlechten Klimabilanz nicht.1

Spargel wird in allen Bundesländern angebaut. Dieser Anbau ist sehr aufwendig und erfolgt auf Dämmen. Bevor die Dämme einen „normalen“ Jahresertrag erzielen, vergehen drei Jahre. Dann kann die Anlage aber mehrere Jahre betrieben werden. Die größten Anbauflächen gibt es in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.2 


Anbau unter Kunststoff

Zu beachten ist, dass Spargelfelder oft mit Plastikfolie abgedeckt werden: der sogenannten Schwarz-Weiß-Folie. Mit ihr lässt sich das Wachstum der Stangen steuern. Je nach Witterung wird die Folie auf die schwarze oder auf die weiße Seite gedreht. Die schwarze zieht das Sonnenlicht zur Erwärmung des Bodens an. Die Weiße reflektiert es und wirkt einer Erwärmung entgegen. Die Entwicklung des Spargels wird somit beschleunigt oder verlangsamt. 

Auch wenn Kunststoffe gemeinhin eine Umweltsünde sind: Spargelproduzierende weisen darauf hin, dass diese Polyethylenfolien über Jahre wiederverwendbar und recyclebar seien.3 Zudem wächst der Spargel unter ihnen sehr gleichmäßig. Wir Verbraucher*innen erhalten ein hochwertiges Produkt. Zuletzt schützt die Folie noch vor Unkraut. Pflanzenschutzmittel müssen also nicht oder kaum zum Einsatz kommen. Schlecht wiederum sind die Folien besonders für bodenbrütende Vogelarten wie beispielsweise den Vogel des Jahres 2021”, das Rotkehlchen. Ihr Brutraum geht verloren.4


Soziale Aspekte

Der Einsatz saisonaler Erntehelfer*innen ist in der Landwirtschaft weit verbreitet. Handelt es sich um kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse (aktuell drei Monate bzw. bis 70 Arbeitstage/Kalenderjahr), sind diese sozialversicherungsfrei.5 Es besteht nur eine Beitragspflicht zur Unfallversicherung.

Bei der Spargelernte stehen oft Kräfte aus wirtschaftlich ärmeren Ländern, zum Beispiel Rumänien, auf deutschen Feldern. Meistens gibt es sprachliche Barrieren zwischen Chefs und Beschäftigten. Die Arbeiter*innen können sich dadurch schlechter gegen Ausbeutung wehren. Im Krankheitsfall arbeiten sie weiter: Sie haben keine Krankenversicherung und können sich eine Behandlung finanziell nicht leisten. Mehr Gesundheitsschutz für Arbeitsmigrant*innen ist teuer, aber moralisch nicht verhandelbar.

Es ist vollkommen in Ordnung, sich im Frühling hin und wieder Spargel zu gönnen. Doch wie immer kaufst du am besten von Betrieben, die du kennst und denen du vertraust. Soziale und ökologische Verantwortung mag sich auf die Produktionskosten und somit den Kaufpreis niederschlagen. Aber wir von Bauer nebenan setzen uns dafür ein, dass die bestmöglichen Erzeugnisse für alle zugänglich sind.

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