Süßes Früchtchen

Der Frühling ist ein Segen. Alles blüht und wächst – darunter auch die allseits geliebte Erdbeere. Überall gibt es sie zurzeit wieder. Hofläden und Straßenstände verkaufen sie aus lokalem Anbau – oft sogar direkt vom Feld nebenan

Allein in Deutschland werden jährlich über 100.000 Tonnen der roten Frucht geerntet.1 Der Durchschnittsdeutsche verzehrt 3,6 kg pro Jahr. Grund genug ein wenig mehr über die Sammelnussfrucht zu erfahren.

Bauer nebenan Erdbeeren auf dem Wochenmarkt
Bild von Justus Menke auf Unsplash.com

Saison und Anbau

Die Erdbeersaison startet jährlich ab circa Anfang Mai in Deutschland. Das genaue Startdatum ist nicht nur von der entsprechenden Witterung abhängig, sondern auch von der Anbaumethode. 

Der Freilandanbau ist in Deutschland noch immer der prozentual Wichtigste. Doch ist der Folientunnelanbau nicht nur in unseren Nachbarländern auf dem Vormarsch, sondern auch bei uns. Durch ihn werden früh durchgehend höhere Temperaturen im Zelt erreicht, wodurch die Beerenernte einige Tage bis Wochen vorgezogen werden kann. Darüber hinaus werden die Erdbeerpflänzchen wie auch ihre Früchte vor Frost, Hagel und starker Trockenheit, die vor allen Dingen in den letzten Jahren zum Problem wurden, geschützt. Insgesamt wird der Ertrag pro Fläche durch den Tunnelanbau um 60% gesteigert.2

Auch für Arbeiter*innen ist die Ernte komfortabler. Zum einen sind sie unter der Folie vor belastenden Witterungsverhältnissen geschützt. Zum anderen werden die Erdbeeren oft erhöht angebaut, z. B. auf Hüfthöhe, sodass die starke Rückenbelastung durch das Arbeiten auf dem Boden wegfällt.

Der Folienanbau macht sich außerdem auch preislich bemerkbar. Diese Methode kostet in etwa einen Euro mehr pro Kilogramm Erdbeeren.3 Ein großer Nachteil – neben dem etwas höheren Preis – ist laut Bernd Petri vom Nabu in Hessen der Verlust an Lebensraum für Tier- und Pflanzenwelt.2 Die durch Folienabdeckung verlorenen Flächen auf den Feldern werden nirgendwo für unsere heimische Flora und Fauna ausgeglichen.

Selbstanbau

Bauer nebenan Erdbeeren wachsen im Garten
Bild von Oliver Hale auf Unsplash.com

Die Erdbeere ist auch unter Gärtnern eine beliebte Pflanze. Die wohl bekannteste Sorte, die auch in jedem Gartencenter erhältlich ist, ist Senga Sengana4. Sie ist nicht nur die am weitesten verbreitete Sorte in europäischen Hobbygärten, sondern auch eine sehr alte Sorte. Die seit 1952 im Handel erhältliche Sorte ist außerdem sehr robust. Ihre Früchte sind süß-aromatisch und sie eignen sich für alle möglichen Verwendungen in der Küche: frischer Verzehr, Zubereitung von Kuchen und Desserts, Herstellung von Marmelade, zum Einfrieren und Konservieren.

Bei der Erntezeit kann man zwischen früh, spät und immertragend unterscheiden. Die Erntezeit von Senga Sengana startet beispielsweise ab Anfang Juni. Falls du genügend Platz im Garten hast und am liebsten so lange wie möglich, verteilt über den ganzen Sommer von den süßen Früchten naschen würdest, eignet sich eine Mischung von verschiedenen Erdbeersorten am besten. 

Des Weiteren solltest du bei der Planung beachten, dass jedes Pflänzchen nur circa 300 bis 500 Gramm Erdbeeren pro Jahr produziert. Hinzu kommt, dass im dritten Jahr nur noch sehr wenig Ertrag erzielt werden kann und die Pflänzchen von daher früh genug durch neue Ableger ausgetauscht werden sollten. 

Fazit

Neben dem noch vorwiegenden Freilandanbau setzt sich in den letzten Jahren der Folientunnelanbau immer weiter durch. Auch wenn diese Methode Lebensraum für andere Lebewesen auf dem Feld wegnimmt, sichert sie die Ernte, erhöht sie sogar, verbessert die Erntebedingungen für Arbeiter*innen und lässt Konsument*innen früher im Jahr schon regionale Erdbeeren essen; zu Zeiten, wo sonst nur ausländische, z. B. spanische oder marokkanische, Erdbeeren auf dem Markt sind. Dies wiederum wirkt sich positiv auf die Energiebilanz der Früchte aus.

Fest steht aber auch, dass der Tunnelanbau nicht bis ins Unermessliche ausgebaut werden darf, da sonst die heimische Natur zu sehr leidet. Wie immer ist auch hier der richtige Ausgleich zu finden und es gibt kein eindeutiges “Richtig” oder “Falsch”.

Wenn du den nötigen Platz und Lust auf etwas Gartenarbeit hast, kannst du dich dem Problem entziehen, indem du deine eigenen süßen Früchtchen anbaust. Vielleicht entdeckst du dabei sogar eine ganz neue fabelhafte Sorte, auf die du im Handel niemals gestoßen wärst.

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